Tendenz: Unverbogen

Yoga begleitet mich schon viele Jahre. Irgendwann habe ich gemerkt, dass es für mich viel mehr ist als Bewegung. Es ist eine Möglichkeit, aus dem Kopf herauszukommen, den eigenen Körper wieder wahrzunehmen und für eine Weile einfach da zu sein. Wenn man sich darauf einlässt, begibt man sich ganz unweigerlich auf einen sehr spannende Reise.
„Practice, practice, practice… and all is coming“ sagte der berühmte indische Yogalehrer Pattabhi Jois.
Glaub mir: Er hatte recht.

Yoga. Ganz einfach.

Ich mag Yoga, weil es so viele Möglichkeiten bietet.
Du musst nicht besonders beweglich sein. Du musst keine komplizierten Positionen beherrschen und schon gar nicht so aussehen wie jemand auf Instagram.

Yoga darf sich deinem Körper anpassen und nicht umgekehrt.

In meinen Stunden geht es deshalb nicht darum, möglichst weit zu kommen oder eine perfekte Haltung zu erreichen. Es geht darum, dich und deinen Körper wahrzunehmen, dich zu bewegen, zu atmen und vielleicht am Ende ein kleines bisschen entspannter nach Hause zu gehen, als du gekommen bist.

Warum ich unterrichte

Oder auch: trial and error

Meine Yoga-Geschichte begann 1995. Ein Arbeitskollege nahm mich mit in einen Yogakurs. Yoga war damals noch eher exotisch. Mir gefiel es dort sehr gut, allerdings endete meine Yoga-Karriere nach der dritten Stunde: Der Yogalehrer hatte mich im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf gestellt. Das bezahlte ich mit einem Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule, der anfangs sehr schmerzhaft war und mich über Jahre beeinträchtigte.

Mein Rückschluss daraus war: Yoga ist wohl nichts für mich.

Im Laufe der nächsten Jahre hatte ich immer mehr mit verschiedenen Rückenproblemen zu tun. Kein Arzt konnte mir so richtig helfen, und auch der verschriebene Reha-Sport brachte mich nicht weiter.

Ich probierte es noch einmal und nahm in einem damals noch neuen, großen Yogazentrum in der Umgebung an einem Kurs teil. Ich spürte, dass mir die Bewegungen und besonders die Mobilisation der Wirbelsäule guttaten. Mit dem Drumherum konnte ich jedoch wenig anfangen. So richtig wohl fühlte ich mich dort nicht.

Ich begann daraufhin, mithilfe von Büchern meine ersten eigenen Übungsreihen aufzubauen. Das war im Prä-Internet-Zeitalter eine ziemlich anstrengende Aufgabe. Aber meine Bemühungen zeigten deutliche Wirkung: Meine Rückenschmerzen verschwanden.

Der Tänzer bringt mich immer
wieder ins Gleichgewicht.

Zu dieser Zeit wurde das Yogaangebot in OWL immer umfangreicher. Plötzlich ploppten überall Yogaschulen mit den unterschiedlichsten Ausrichtungen auf, und ich probierte etliche davon aus.

In mir wuchs der Wunsch, selbst eine Yogalehrer-Ausbildung zu machen und später Menschen zu unterrichten, die so ticken wie ich und ebenfalls gut ohne Räucherstäbchen und Statuen von indische Gottheiten auskommen.

Meine erste, zweieinhalbjährige Ausbildung zur Yogalehrerin habe ich 2016 beim Institut Paracelsus abgeschlossen. Seitdem habe ich verschiedene Bereiche des Hatha-, Vinyasa- und Yin Yoga vertieft und unterrichte in Fitnessstudios, Sportvereinen, Unternehmen und privaten Gruppen.

Aktuell absolviere ich eine weitere, mit insgesamt 900 UE sehr umfangreiche Yogalehrer-Ausbildung bei der Deutschen Sportakademie in Köln. Im Mittelpunkt steht dabei ein fundierter und gesundheitsorientierter Unterricht. Wegen meiner Erfahrungen ist mir eins besonders wichtig: Yoga darf fordern, aber es sollte niemals darum gehen, den eigenen Körper zu übergehen.
Und dieser ist ein hervorragender Lehrer, wenn wir nur hinhören. Wie Sri Pattabhi Jois sagte:
„Yoga is 99% practice and 1% theory.“

Yoga zu unterrichten bedeutet für mich deshalb nicht, irgendwann „fertig“ zu sein.

Es bedeutet, neugierig zu bleiben.

Netter Kollege in der Sportakademie

Abseits der Matte

Ich bin übrigens nicht ausschließlich Yogalehrerin.

Mein berufliches Zuhause ist seit vielen Jahren das Marketing und inzwischen auch meine Arbeit als Webseitenfrau. Ich verbringe also durchaus einen großen Teil meiner Zeit vor dem Computer. Umso wichtiger ist mir der Ausgleich durch Bewegung, Atem und bewusste Pausen.

Ich mag klare Dinge, gute Gestaltung, Humor und Menschen, die nicht alles furchtbar ernst nehmen.

Vielleicht gehört auch deshalb ein bisschen Leichtigkeit zu meinem Yoga.

Denn wir können eine Yogastunde durchaus achtsam und konzentriert verbringen, ohne dabei das Lachen zu verlernen.

Keine Angst! Das passiert nur, wenn mein Internet mitten in einem Projekt mal wieder auf „schnarch“ geht.

Yoga.

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